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Lebenslauf |
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Fanny Hensel geb.
Mendelssohn
2005 – 200. Geburtstag
Bereits als 14-jährige wurde Fanny von ihrem Vater auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrau und Mutter verwiesen, und so war ihr Wirken auf den häuslichen Rahmen beschränkt. Sie komponierte überwiegend Klavierstücke und Lieder, die sich in häuslichen Konzerten aufführen ließen. 1827 und 1830 ergriff sie die Gelegenheit, fünf Lieder und ein Duett mit Klavierbegleitung unter dem Namen Felix Mendelssohns in dessen Liederheften op. 8 und op. 9 zu veröffentlichen.
Bei den von ihrem Vater organisierten „Sonntagsmusiken“ im Hause Mendelssohn mit Musikern der Hofkapelle erhielt nicht nur Felix, sondern auch Fanny die Möglichkeit, ihre eigenen Werke in einem halböffentlichen Rahmen vor einem ausgewählten Publikum zu erproben. Fanny, die im Oktober 1829 Wilhelm Hensel geheiratet hatte, nahm im Frühjahr 1831 diese Konzerte wieder auf. Sie dirigierte und begleitete ihren ca. 20stimmigen Chor und führte gemeinsam mit befreundeten Musikern Oratorien, Opernarien und Kammermusik auf einem hohen Niveau auf. Dort fand sie auch ein Auditorium für ihre eigenen Werke. Neben Freunden und Bekannten trafen sich zu den „Sonntagsmusiken“ berühmte Persönlichkeiten wie die Brüder Humboldt, Franz Liszt, Clara Schumann, Johanna Kinkel, Heinrich Heine u.a. Diese Konzerte, mit denen Fanny Hensel sich nach Rellstab „ein Verdienst um die Kunstzustände unserer Vaterstadt, für welches wir tief verschuldet bleiben“, erwarb, entschädigten sie für manche Einschränkungen. Die Leitung dieser Konzerte wirkte sich auch positiv auf ihre Arbeit als Komponistin aus. Sie komponierte 1831 größere Werke für Solisten, Chor und Orchester, wie die Kantaten Hiob und Lobgesang und das Oratorium nach Bildern der Bibel.
Während einer einjährigen Italienreise 1839/40 der Familie Hensel fand Fanny endlich die lang ersehnte Anerkennung über den Kreis der Familie hinaus und lernte verschiedene Musiker kennen, die ihre Werke schätzten und ihre Kreativität förderten. Zurück in Berlin
komponierte Fanny ihr bedeutendstes Klavierwerk, den
biographisch geprägten Zyklus Das Jahr (1841). Die Idee,
die 12 Monate eines Jahres musikalisch darzustellen, war
zu ihren Lebzeiten einmalig.
Zu weiteren eigenen Veröffentlichungen sollte es dann jedoch nicht mehr kommen: Am 14. Mai 1847 erlag Fanny Hensel während der Probe zu einer ihrer Sonntagsmusiken unerwartet einem Gehirnschlag.
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