 |
Das Charakterstück für Klavier
Als Gegenstück zum Kunstlied (s.u.) entwickelt sich in
der Frühromantik das sogenannte Charakterstück oder
lyrische Klavierstück, zu dessen Hauptvertretern sowohl
Robert Schumann und Carl Maria von Weber als auch Fanny
Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy gehören.
Das Kunstlied
Hebt sich insofern vom Volkslied/Gesellschaftslied ab,
als dass es sich durch stilistische Komplexität und
hohen Wiedergabeanspruch definiert. Das Kunstlied bildet
den Gegenbegriff zum Volkslied und wird als ein
personalistisches Artefakt begriffen, welchem bestimmte
ästhetische und interpretatorische Kriterien zugrunde
liegen, obgleich es durch Kurzmotivik,
Zeilenkorrespondenz, Sprachnähe und strophische
Gliederung dem Anspruch der „Einfach- bzw.
Geschlossenheit“ gerecht zu werden hat. In der Romantik
erreicht das Kunstlied seine Blütezeit durch Franz
Schubert, dessen Liedschaffen über 500 Stücke
einschließt.
Die Sinfonische Dichtung
Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, zeichnet die
sinfonische Dichtung den Einzug begrifflich erklärbarer
Inhalte in die Musik aus. Formal frei oder anlehnend an
Sonatensatz, Rondoform oder Variationensatz, schließt
die sinfonische Dichtung nur diejenigen Stücke ein,
deren außermusikalischer Gehalt explizit vom Komponisten
(wenn auch nachträglich) geäußert wird. Jenes „Programm“
jedoch ist immer nur als Anregung in bezug auf eine
eigene poetische Aussage zur Musik zu verstehen. Während
Vorformen der sinfonische Dichtung mit programmatischen
Bezügen bereits bei Beethoven (Pastorale, 1807/08) und
Berlioz (Symphonie fantastique, 1830) auszumachen sind,
gilt Liszt als eigentlicher Urheber der sinfonische
Dichtung, der sich für eine Erneuerung der Musik durch
einen direkten Bezug zur Dichtung aussprach (Ouvertüre
zu Tasso, 1849). Neben Leitmotiven treten vielerlei
Motivverwandlungen auf, die, getragen durch ein
verändertes Instrumentarium und innovativ-ausdrucksvolle
Harmonik, Hauptmerkmale der sinfonische Dichtung
ausmachen.
|
 |

|