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Romantik |
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Historisches |
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Spätromantik ca. 1850 - 1890 |
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Die Revolution in Deutschland (1848) fällt mit dem
Einschnitt Hoch-/ Spätromantik zusammen. Nach dem
Ableben Chopins, Mendelssohns und Schumanns steht die
folgenden Jahrzehnte ganz im Zeichen der symphonischen
Dichtungen Franz Liszts und Wagners Musikdramen. Ferner
gilt das Auftreten solch junger Komponisten wie etwa
Caesar Franck, Anton Bruckner und Johannes Brahms als
prägend. Auffallend in jener Zeit ist besonders die
Ausbildung nationaler Strömungen.
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Pauline Viardot-Garcia (1821-1910) Pauline Viardot-Garcia stammt aus einer spanischen Sängerfamilie. Sie wird am 18. Juli 1821 in Paris geboren. Ihr Vater ist der berühmte spanische Operntenor Manuel Garcia père und ihre Mutter die Schauspielerin und Sängerin Joaquina Sitches. Viardot-Garcia inspiriert durch ihre Darstellungskunst nicht nur Komponisten wie z.B. Chopin, Berlioz, Liszt, Wagner, Schumann, sondern komponiert auch für sie geschriebene Rollen mit (z.B. im Propheten von Meyerbeer die Rolle der Fidès). Außerdem führt sie durch ihre ausgedehnte Lehrtätigkeit die Garcia-Methode fort. Ursprünglich als Pianistin ausgebildet (Schülerin von Franz Liszt), wird sie nach dem frühen Tod der berühmten Schwester deren Nachfolgerin. Sie debütiert 1837 in Brüssel und erregt durch ihren ungewöhnlichen Stimmumfang und ihre musikalische Vielseitigkeit auch in eigenen Kompositionen großes Aufsehen. Mit Clara Schumann ist sie aufs engste befreundet. 1840 heiratet sie den Schriftsteller Louis Viardot, der sie auf ihren Konzertreisen begleitet. Drei Töchter und ein Sohn gehen aus dieser Ehe hervor; die Kinder werden ebenfalls Musiker. 1863 zieht sie sich von der Bühne zurück und lässt sich mit ihrer Familie und ihrem Freund, dem russischen Schriftsteller Iwan Turgenjew, in Baden-Baden nieder (1863-1871). Sie baute sich in ihren Garten ein kleines Opernhaus, in dem sie mit ihren Schülerinnen und Kindern eigene Bühnenwerke halböffentlich aufführt. Der deutsch-französische Krieg führt sie über London nach Paris zurück, wo sie weiter unterrichtet, komponiert (vor allem sogenannte Salonoperetten) und einen großen Salon führt. Ihre Kompositionen erwachsen aus der Lust am Musizieren, bewegen sich in den verschiedensten Sprachen und Stilen und orientieren sich an den eigenen stimmlichen Fähigkeiten und denen der jeweils Mitwirkenden. Obwohl sie das Komponieren nicht als ihren Beruf ansieht, ist sie eine professionelle Komponistin. Ihre mehr als 100 Lieder und mélodies auf Texte von Musset, Turgenjew, Gautier, Puschkin, Goethe und Mörike werden größtenteils zu ihren Lebzeiten publiziert. Noch weitaus bekannter als ihre Lieder werden ihre Transkriptionen von 12 Mazurken Chopins, der von diesen Bearbeitungen begeistert ist. Die Künstlerin stirbt am 18. Mai 1910 in Paris.
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Emilie Mayer (1821-1883) Ein frühes Beispiel einer Komponistin, die sich durchaus als Berufskomponistin versteht und den Titel „Componistin“ sogar in ihrer Adresse führt, ist Emilie Mayer. Publikum und Kritik nehmen ihre Werke ernst, umso erstaunlicher, dass sie heute fast völlig vergessen ist. Die Apothekerstochter, 1821 im mecklenburgischen Friedland geboren, studiert in Stettin bei dem Balladenkomponisten Adolf Bernhard Marx. Um ihren Lebensunterhalt braucht sie sich offensichtlich keine Sorgen zu machen, sie wird von verschiedenen Verwandten, bei denen sie auch wohnte, finanziell unterstützt. Ihre Werke, zunächst klassisch, dann frühromantisch geprägt, können sich im deutschen, französischen und tschechischen Musikleben behaupten, die h-moll-Symphonie findet sich zwischen 1852 und 1861 allein in den Konzerten von Karl Liebig acht Mal im Programm wieder. Königin Elisabeth von Preußen verleiht ihr einen Orden, und in München wird sie zum Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft ernannt. Noch voller musikalischer Pläne stirbt sie 1883 in Berlin.
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Johannes Brahms (1833-1897) Als Sohn eines Kontrabassisten in Hamburg geboren, weist Brahms sehr früh außergewöhnliche musikalische Begabung auf, die ihn schnell zur Karriere eines aufstrebenden Pianisten verhilft. Im Jahre 1853 startet er eine Tournee mit dem Geiger Ede Reményi. Nach seinem Wirken als Hofdirigent in Detmold geht er nach Wien, wo ihm die musikalische Leitung für die Konzerte der Gesellschaft der Musikfreunde übertragen wird. Dies ist das letzte öffentliche Amt, welchem er nachgeht, bevor er sich ausschließlich als freischaffender Künstler betätigt: Er komponiert beziehungsweise interpretiert seine eigenen Werke auf zahlreichen Konzertreisen. Brahms ist bereits zu Lebzeiten ein europaweit anerkannter Komponist, dem vielerlei Ehrungen zuteil werden. 1897 stirbt Brahms in Wien. Wie bereits unter Bruckner erwähnt, gehört Brahms im Gegensatz zu Wagner den sogenannten „Traditionalisten“ an, dessen Oeuvre auf älteren Kompositionstechniken basiert. Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass seinem Schaffen Pioniercharakter innewohnt und nicht unwesentlich auch nachfolgende Komponisten beeinflusst, insbesondere durch eine eigene, auf besondere motivische Verarbeitung des Materials zurückgehende Behandlung von musikalischen Formen. Kammermusik (u.a. Streichquintett Op. 111, 1890) bildet den Schwerpunkt im Schaffen von Brahms, obgleich er neben vier Sinfonien auch andere bemerkenswerte Orchesterstücke komponiert, so zum Beispiel die Akademische Festouvertüre (1880). Des weiteren gehören Vokalmusik (mit und ohne Begleitung), Klavierstücke und Konzerte zu seinem Gesamtwerk.
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Luise Adolpha Le Beau (1840-1927) Luise Adolpha Le Beau wird im April 1850 als einziges Kind einer badischen Offiziersfamilie französischer Herkunft in Rastatt geboren. Ersten Musikunterricht erhält sie bei ihrem Vater, der musikalisch vielseitig begabt und interessiert ist. Er erteilt ihr Klavierunterricht, vermittelt ihr grundlegendes musiktheoretisches Wissen und fördert in jeder Hinsicht ihre ungewöhnliche Begabung. Bis zum Tod der Eltern lebt Luise Adolpha mit ihnen zusammen. Ihren ersten Kompositionsunterricht erhält sie beim damaligen Karlsruher Hofkapellmeister Johann Wenzel Kalliwoda, der auch ein fähiger Klavierlehrer gewesen sein muss, trägt Luise Adolpha doch im Winter 1868 Beethovens Es-Dur-Konzert und Mendelssohns g-Moll-Konzert öffentlich vor. Studien bei Clara Schumann in Baden-Baden bricht die sich ihrer Begabung und Fähigkeiten bewusste junge Musikerin bald ab, zu unterschiedlich sind beider Charaktere. Obwohl Hans von Bülow, selbst ein berühmter Dirigent und Pianist, Clara Schumanns Meinung über komponierende Frauen teilt, ist er von Luise Adolphas Talent so angetan, dass er sie Joseph Rheinberger in München, der damals einer der bedeutendsten Lehrmeister für Kontrapunkt, Formen- und Harmonielehre war, empfiehlt. In München macht sich Luise Adolpha auf eigene Faust mit den von Rheinberger nicht vermittelten modernen Kompositionstechniken bekannt und gründet ein kleines Musikinstitut; als Pädagogin ist sie äußerst beliebt. Selbstbewusst geht sie über den Bereich der Lieder und Salonstücke, der komponierenden Frauen gerade noch zugestandenen wird, hinaus. Ihr kompositorisches Oeuvre enthält viele Werke mit großer Besetzung: eine Konzertouvertüre, eine Fantasie für Klavier und Orchester, biblische Szenen, ein Klavierkonzert, eine Sinfonie, mehrere Männer- und Frauenchöre. Die Vorurteile, die ihr jedoch allenthalben im Musikbetrieb entgegenschlagen, lassen sie früh resignieren: Nach den Aufbruchjahren der Jugend wendet sie sich von den neuen Entwicklungen in der Musik ab und kehrt nach Aufenthalten in Wiesbaden und Berlin nach Baden-Baden zurück, wo sie ihre Abrechnung mit dem Musikbetrieb, die 1910 in Baden-Baden gedruckten „Lebenserinnerungen einer Komponistin“, verfasst. 1927 stirbt Luise Adolpha Le Beau. |
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Gustav Mahler
(1860-1911)
Die Julirevolution in Paris (1830) entwickelt sich zu einer europaweiten Bewegung, dessen Zentrum die französische Hauptstadt wird, deutlich unter dem Einfluß französischer Literaten wie etwa Viktor Hugo. Neben den Erfolgen Aubers und Meyerbeers an der Grand Opéra stellt Hector Berlioz im Jahre 1830 die Symphonie fantastique fertig, bevor in den folgenden Jahren Paganini (bereits am Lebensabend angelangt), Liszt und Chopin bezüglich des Begriffes der Virtuosität neue Maßstäbe setzen. Überdies wirkt Schumann durch poetische Musik und geistvolle Kritik, während Mendelssohns Klassizismus Aufsehen erregt. Überdies bietet Wagners Opernschaffen erste Höhepunkte. Auch die Revolution in Deutschland 1848 hinterlässt deutliche Spuren, denen sich jene Komponisten nicht entziehen können. |
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